Pappsatt auf jeder Party

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Hosti produziert 1,5 Milliarden Pappteller im Jahr

Wenn man die Produktionshallen der Hosti GmbH in Pfedelbach betritt, hört man die Maschinen, die im Sekundentakt Pappteller fertigen. Sie stanzen aus gewaltigen Papprollen Teile aus und formen diese durch Wärme. So stellt das Unternehmen 40 bis 50 verschiedene Formen her. Von runden Tellern über Pommesschalen bis hin zu Tortenscheiben bietet Hosti mehr als 1000 Pappartikel an. Für sie werden unterschiedliche Rohstoffe wie Recyclingkarton oder frischer Holzfaserstoff verwendet. Das Unternehmen weist laut Geschäftsführer Hansjörg Stickel das größte Sortiment der Branche in Europa auf und ist mit rund 30 Prozent Marktanteil das umsatzstärkste.

Stickel ist auch Inhaber von Hosti und führt mit Harold Rubrech, der seit Februar der erste familienfremde Geschäftsführer ist, das Familienunternehmen in dritter Generation. Stickels Großvater, Emil Stickel, ein Bessarabiendeutscher, der nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland gekommen war, wollte sich selbstständig machen, um nicht mehr in der Landwirtschaft arbeiten zu müssen. Durch Zufall wurde er während eines Spaziergangs auf den Pappteller, den er zuvor nicht kannte, aufmerksam. Mit einer selbst weiterentwickelten Maschine habe Emil Stickel nach mehreren Versuchen die ersten Teller fertigen können, erzählt sein Enkel.

Die Hohenloher Papptellerfabrik Stickel, so der komplette Firmenname, sei der Konkurrenz um einiges voraus, sagt Stickel. So habe man Anfang des Jahres Menüteller, die es zuvor nur aus Kunststoff oder Zuckerrohr gab, aus Frischfaser neu auf den Markt gebracht. Die Umweltdiskussion um Einwegkunststoffprodukte lässt den Geschäftsführer auf einen Erfolg des Menütellers hoffen.

Hosti produziert 1,5 Milliarden Teller im Jahr. Sie werden über Großhändler und Supermärkte vertrieben. Die Preise lägen im Durchschnitt bei 22 Euro je 1000 Stück, sagt Stickel. Etwa 90 Prozent der Produkte trügen den Namen der Großabnehmer. Dem 52-Jährigen ist bewusst, dass Hosti Einwegprodukte herstellt; er sagt aber: “Alle unsere Produkte sind zu 100 Prozent über die Altpapiertonne recycelbar oder auch zu 100 Prozent kompostierbar.” Zurzeit boomten braune Teller. “Vom Aussehen her wirken die braunen deutlich nachhaltiger.”

In der Produktion von Pappartikeln werde ähnlich viel Energie verbraucht wie in der Herstellung von Kunststoffprodukten, berichtet Stickel. Andere Kunststoffalternativen wie Palmblattteller seien zwar mit Blick auf die Rohstoffe ebenfalls ökologisch; allerdings müssten diese oft aus Asien mit Containerschiffen importiert werden, was die CO2-Bilanz stark verschlechtere.

Die Zukunft von Einwegprodukten sei durch den Wunsch nach Mehrwegverpackungen unsicher, räumt Stickel ein. Doch ist er für seine Pappprodukte zuversichtlich. Negativ wirkt derzeit ein durch die Pandemie verursachter Rohstoffmangel bei den Zulieferern aus dem Schwarzwald und aus Finnland, der bis voraussichtlich 2023 die Produktion beeinflussen wird.

Die Hosti GmbH beschäftigt etwa 160 Mitarbeiter in ihrem Hauptwerk in Baden-Württemberg und 35 in der tschechischen Niederlassung. Man erreichte 2021 einen Umsatz von fast 31 Millionen Euro. Für 2022 erwartet Stickel wieder den vorpandemischen Umsatz von 34,5 Millionen Euro.

Pressebericht aus FAZ, Jugend und Wirtschaft, von Hannah Reinwald (Katholisches Freies Bildungszentrum St. Kilian, Heilbronn) vom 5.5.2022

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