Einmal pro Monat um die Erde

Der größte Hersteller von Einweggeschirr in Europa hat seinen Firmensitz in Hohenlohe.  Im Showroom stehen bunt gedeckte Tische. „Fassen Sie mal dieses Besteck an“, schlägt Markus Stickel vor, technischer Leiter bei Hosti in Pfedelbach. Messer und Gabel glänzen silbern, wiegen aber nur wenige Gramm und sind aus Plastik. Auch bei Einweggeschirr und -besteck gibt es immer wieder Innovationen. Ein Trend sind Teile in edlerer Optik für Picknick oder Gartenfest. Klassiker sind aber nach wie vor die Pappteller in weiß oder mit buntem Dekor. Sie werden bei Hosti in Stückzahlen produziert, die inzwischen nicht mehr in Millionen sondern schon in Milliarden pro Jahr gerechnet werden. Rund 3 Milliarden werden es in 2008 sein. „Alle Teller aneinander gereiht reichen monatlich einmal um die Erde“ hat Geschäftsführer Hansjörg Stickel ausgerechnet.

Vorsprung durch Technik

„Ein solches Massenprodukt an diesem Standort zu fertigen ist eine Herausforderung.“ Eine Herausforderung, der sich die Familie Stickel nun schon in der dritten Generation stellt. Firmengründer Emil Stickel hat vor kurzem seinen neunzigsten Geburtstag gefeiert, das Unternehmen wird im nächsten Jahr sechzig. Begonnen hat die Firmengeschichte mit der Herstellung einfacher viereckiger Pappteller für Würstchen. Die erste Maschine steht noch als Ausstellungsstück direkt neben der Eingangstür. Die heutige Produktion in Pfedelbach besteht aus mehreren großen Hallen, in denen aus langen Bahnen von Pappe die Teller erst ausgestanzt und dann in Form gepresst werden. Die meisten Maschinen sind eigene Entwicklungen. „Im eigenen Maschinenbau liegt einer unserer Wettbewerbsvorteile“ erklärt Hansjörg Stickel. „Wir haben uns durch die Technik einen Vorsprung erarbeitet, den wir auch in Zukunft halten wollen.“

Umweltbewußtsein

Die eigene Maschinenentwicklung bringt messbare Vorteile, sowohl bzgl. Effizienz als auch beim Energieverbrauch pro Teller, der deutlich unter dem vergleichbarer anderer Anlagen liegt. „Bis zu fünfzig Prozent niedriger ist der Stromverbrauch in der Produktion“ kommentiert Markus Stickel die Zahlen zufrieden. Außerdem wird durch Solarzellen und Wärmerückgewinnung ein weiterer Beitrag geleistet. Das Unternehmen ist nach  ISO 14001 zertifiziert. Umweltbewusstsein hat bei Hosti einen hohen Stellenwert. Gerade weil oder obwohl Einweggeschirr häufig nicht als umweltfreundlich eingestuft wird. Ein Vorurteil, das man in Pfedelbach natürlich nicht so einfach im Raum stehen lassen kann. 80 bis 90 Prozent der Pappteller werden aus Recyclingmaterial hergestellt. Zur Umweltbilanz im Vergleich mit Porzellantellern werden Studien herangezogen, die bei Mehrweggeschirr den Aufwand für Spülen und die Bruchquote gegenüberstellen. „Der Grenzwert liegt bei drei bis vier Prozent Bruch der eingesetzten Porzellanteller“, zitiert der Geschäftsführer. Von da ab liegt der Pappteller vorne. Das Hosti-Sortiment umfasst neben Papptellern auch Becher, Servietten und Besteck. Diese Teile werden zugekauft. Komplett präsentiert sich dann das Angebot in Displays nach Saison- und Themenmotiven. Geliefert wird an den Großhandel und an den Einzelhandel als Handelsmarken. Auch im Ladenhandwerk werden Hosti-Produkte eingesetzt. Ein Großteil der kleinen Tabletts, auf denen die Kunden ihren Kuchen aus der Bäckerei mitnehmen, stammt aus Pfedelbach.

Konsolidierung

„Am Markt findet seit ein paar Jahren eine Konsolidierung statt,“ stellt  der kaufmännische Leiter Matthias Grünstäudl fest. Auch Hosti ist aktiv daran beteiligt. Drei Wettbewerber wurden in den letzten Jahren übernommen. Damit hat sich der Markt in Deutschland auf gerade noch drei Hersteller konzentriert. Dahinter steht eine Strategie, die Hansjörg Stickel gerade auch im Mittelstand für überlebensnotwendig hält. „Für uns als Familienunternehmen sind Nachhaltigkeit und langfristige Ziele wichtig, um das Unternehmen an die nächste Generation weiter zu geben. Man muss aktiv im Markt agieren und nicht nur reagieren.“

Kennzahlen: 

Umsatz in der Hosti-Gruppe: 2008: 41 Mio. Euro  (2002:18 Mio. Euro) 

Mitarbeiter: 230 insgesamt, 125 davon in Pfedelbach 

Ausbildungsberufe: Industriekaufleute, Ausbildung in technischen Berufsbildern ist geplant.

Pressebericht aus w.news, Wirtschaftsmagazin der IHK Heilbronn-Franken von Anette Wenk, Nr. 12/08

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